Sturmversicherung - gewusst wie

Machen Sie sich schlau

Sturmversicherung. Das Wichtigste verständlich erklärt. Ein besonderes Service für alle Mitglieder der Regiona Versicherungsvereine.

Diese Information ersetzt nicht die Allgemeinen und besonderen Versicherungsbedingungen, die eine wesentliche Vertragsgrundlage bilden.
Versicherungsschutz besteht ausschließlich nach Maßgabe der auf Ihrer Polizze angeführten Versicherungsbedingungen, die Ihnen gerne Ihr Berater übermittelt oder durch die Geschäftsstelle
übersandt wird. Diese Sparte wird ausschließlich an Kooperationspartner des Vertrauens vermittelt.

Welche Sachen und Kosten sind versichert?

Versichert sind die in der Polizze angeführten Gebäude und Sachen des Versicherungsnehmers – fremde Sachen jedoch nur aufgrund besonderer Vereinbarung. Kosten für Maßnahmen, auch erfolglose, zur Abwendung oder Minderung des Schadens werden zusammen mit der Entschädigung für die versicherten Sachen bis zur Versicherungssumme ersetzt.

Nur aufgrund besonderer Vereinbarung versicherte Sachen?

  • Verglasungen und Kunststoffverglasungen aller Art, Lichtkuppeln
  • Außenanlagen aller Art, z.B. Außenbeleuchtungen, Einfriedungen, Antennenanlagen, Solaranlagen, Markisen, Firmenschilder und Werbeanlagen
  • Bewegliche Sachen im Freien oder auf dem Transport

Welche Gefahren und Schäden sind versichert?

  • Sturm, Hagel, Schneedruck, Felssturz/Steinschlag, Erdrutsch
  • Unmittelbare Einwirkungen einer versicherten Gefahr
  • Unvermeidliche Folgen eines Schadenereignisses
  • Schäden die durch Abhandenkommen bei einem Schadenereignis eintreten

Welche Gefahren und Schäden sind nicht versichert?

  • Brand, Blitzschlag, Explosion oder Flugzeugabsturz
  • Lawinen und Lawinenluftdruck, Sturmflut, Hochwasser, Überschwemmung, Vermurung
  • Sog- und Druckwirkungen von Luft- und Raumfahrzeugen
  • Niederschlags- und Schmelzwasser und dadurch verursachter Rückstau
  • Schäden durch Bewegung von Boden- und Gesteinsmassen, wenn diese Bewegung durch Bautätigkeiten oder bergmännische Tätigkeiten verursacht werden
  • Bodensenkung, dauernde Witterungs- und Umwelteinflüsse
  • Beeinträchtigung ohne Auswirkungen auf die Brauchbarkeit, Funktionsfähigkeit oder Nutzungsdauer der Sachen.
  • Baufälliger Zustand der versicherten Gebäude oder Teile des Bauwerkes
  • Schäden am Bauwerk durch – aus der üblichen Verbindung – gelöste Baubestandsteile
  • Kriegsereignisse jeder Art, innere Unruhen, Bürgerkrieg, Aufruhr, Aufstand und dgl.
  • Schäden durch Erdbeben, andere außergewöhnliche Naturereignisse, Kernenergie oder ionisierende Strahlung

Wo gilt die Versicherung?

Die versicherten Sachen sind nur an dem in der Polizze bezeichneten Versicherungsort versichert. Werden sie von dort entfernt, so ruht der Versicherungsschutz. Ist die Entfernung nicht nur vorübergehend, so erlischt insoweit auch der Versicherungsvertrag.

Was wird im Schadensfall entschädigt?

  • Bei Zerstörung oder Abhandenkommen von versicherten Gebäuden und Einrichtungen der Versicherungswert - bei Beschädigung die notwendigen Reparaturkosten, höchstens jedoch der Versicherungswert unmittelbar vor Eintritt des Schadenereignisses, sofern der Zeitwert der betroffenen Sachen mehr als 40 % des Neuwertes beträgt.
  • Dauernd entwertete Sachen (z.B. Gebäude zum Abbruch bestimmt, bereits ausgeschiedene Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände u. dgl.) werden höchstens zum Verkehrswert ersetzt.
  • Bei im Schadenfall anfallenden Kosten (Schadenminderungskosten, Aufräum-, Abbruch-, De- und Remontagekosten) werden die tatsächlich anfallenden, versicherten Kosten, höchstens jedoch die für diese Kosten zur Verfügung stehende Versicherungssumme ersetzt.

Weitere Informationen erhalten Sie über Ihren Betreuer oder in der Geschäftsstelle.

Beachten Sie nachstehende Obliegenheiten!
Zur Vermeidung einer allfälligen Leistungsfreiheit nach Maßgabe des § 6 des Versicherungsvertragsgesetzes haben der Versicherungsnehmer bzw. die mitversicherten Personen vor Eintritt des Versicherungsfalles bzw. im Falle eines drohenden Schadens oder eines eingetretenen Schadens, für den Ersatz verlangt wird, folgende Obliegenheiten einzuhalten:

1. Obliegenheiten für alle Sachversicherungen
(Artikel 10 der ABS2001)

Schuldhafte Herbeiführung des Schadenfalles; Obliegenheitsverletzung nach Schadeneintritt.
1.1 Wenn der Versicherungsnehmer oder eine der in leitender Stellung für die Betriebsführung verantwortlichen Personen den Schaden vorsätzlich oder grobfahrlässig herbeiführt, ist der Versicherer dem Versicherungsnehmer gegenüber von jeder Verpflichtung zur Leistung aus diesem Schadenfall frei.
Werden von den genannten Personen nach Eintritt des Schadenfalles zu erfüllende Obliegenheiten grobfahrlässig oder vorsätzlich verletzt, tritt Leistungsfreiheit nach Maßgabe des § 6 Abs. 3 Vers VG ein.
1.2 Ist der Versicherungsnehmer oder eine der in leitender Stellung für die Betriebsführung verantwortlichen Personen wegen des herbeigeführten Schadens oder wegen eines bei der Feststellung der Leistungspflicht oder bei der Ermittlung der Entschädigung begangenen Betruges oder Betrugsversuches rechtskräftig zu einer Strafe verurteilt, so gilt die Leistungsfreiheit als festgestellt.

2. Obliegenheiten des Versicherungsnehmers vor dem Schadenfall

2.1 Der Versicherungsnehmer ist verpflichtet, die versicherten Sachen, bei versicherten Gebäuden vor allem das Dachwerk ordnungsgemäß instand zu halten.
2.2 Die vorstehende Obliegenheit gilt als vereinbarte Sicherheitsvorschrift gemäß Artikel 3 ABS. Ihre Verletzung führt nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen zur Leistungsfreiheit des Versicherers.

3. Obliegenheiten des Versicherungsnehmers im Schadenfall

3.1 Schadenminderungspflicht
3.1.1 Nach Möglichkeit ist bei einem unmittelbar drohenden oder eingetretenen Schaden

  • für die Erhaltung, Rettung und Wiedererlangung der versicherten Sachen zu sorgen
  • hiezu Weisungen des Versicherers einzuholen und einzuhalten.

3.1.2 Bei Verlust von Einlagebüchern und Wertpapieren muss die Sperre von Auszahlungen unverzüglich beantragt und, soweit möglich, das gerichtliche Kraftloserklärungsverfahren (Aufgebotsverfahren) eingeleitet werden.
3.2 Schadenmeldungspflicht
Jeder Schaden ist dem Versicherer (Schäden, bei denen Sachen abhanden gekommen sind, auch der Sicherheitsbehörde) unverzüglich anzuzeigen. In der Anzeige bei der Sicherheitsbehörde sind insbesondere alle abhanden gekommenen Sachen anzugeben.
3.3 Schadenaufklärungspflicht
3.3.1 Dem Versicherer ist nach Möglichkeit jede Untersuchung über die Ursache und Höhe des Schadens und über den Umfang seiner Entschädigungsleistung zu gestatten.
3.3.2 Bei der Schadenermittlung ist unterstützend mitzuwirken und auf Verlangen sind dem Versichererentsprechende Unterlagen zur Verfügung zu stellen. Die Kosten hiefür trägt der Versicherungsnehmer.
3.3.3 Bei Gebäudeschäden ist auf Verlangen auf Kosten des Versicherungsnehmers ein beglaubigter Grundbuchauszug nach dem Stand vom Tag des Schadenereignisses beizubringen.
3.3.4 Der durch den Schaden herbeigeführte Zustand darf, solange der Schaden nicht ermittelt ist, ohne Zustimmung des Versicherers nicht verändert werden, es sei denn, dass eine solche Veränderung zum Zwecke der Schadenminderung oder im öffentlichen Interesse notwendig ist.
3.4 Leistungsfreiheit
Verletzt der Versicherungsnehmer eine der vorstehenden Obliegenheiten, ist der Versicherer nach Maßgabe des § 6 Vers VG - im Fall einer Verletzung der Schadenminderungspflicht nach Maßgabe des § 62 Vers VG - von der Verpflichtung zur Leistung frei.