"Leitungswasser" - gewusst wie

Machen Sie sich schlau!

Leitungswasserversicherung. Das Wichtigste verständlich erklärt. Ein besonderes Service für alle Mitglieder der Regiona Versicherungsvereine.

Diese Information ersetzt nicht die Allgemeinen und besonderen Versicherungsbedingungen, die eine wesentliche Vertragsgrundlage bilden. Versicherungsschutz besteht ausschließlich nach Maßgabe der auf Ihrer Polizze angeführten Versicherungsbedingungen, die Ihnen gerne Ihr Berater übermittelt oder durch die Geschäftsstelle übersandt wird.

Welche Sachen und Kosten sind versichert?

Versichert sind die in der Polizze angeführten Gebäude und Sachen des Versicherungsnehmers – fremde Sachen jedoch nur aufgrund besonderer Vereinbarung. Kosten für Maßnahmen, auch erfolglose, zur Abwendung oder Minderung des Schadens werden zusammen mit der Entschädigung für die versicherten Sachen bis zur Versicherungssumme ersetzt.

Welche Gefahren und Schäden sind versichert?

  • Suchkosten zum Auffinden der Schadenstätte
  • Bruchschäden an wasserführenden Rohrleitungen
  • Frostschäden an wasserführenden Rohrleitungen, Armaturen oder angeschlossenen Einrichtungen.
  • Schäden durch die unmittelbare Einwirkung von Leitungswasser, das aus Rohrleitungen, Armaturen oder angeschlossenen Einrichtungen austritt.
  • Unvermeidliche Folgen eines Schadenereignisses an den versicherten Sachen.

Welche Gefahren und Schäden sind nicht versichert?

  • Schäden, die vor Beginn des Versicherungsschutzes entstanden sind.
  • Bruchschäden an wasserführenden Rohrleitungen durch Korrosion, Verschleiß, Abnützung.
  • Bruchschäden an wasserführenden Rohrleitungen außerhalb von Gebäuden.
  • Bruchschäden an Armaturen oder angeschlossenen Einrichtungen.
  • Schäden an Anlagen, die ausschließlichWitterungsniederschläge ableiten.
  • Schäden am oder durch dasWärmeabgabesystem einer Fußbodenheizung.
  • Schäden an oder durch wasserführende Solar-, Klima- und Sprinkleranlagen.
  • Austreten vonWasser aus Schwimmbecken.
  • Behebung von Verstopfungen jeder Art.
  • Wasserverlust, Mietverlust oder andere mittelbare Schäden.
  • Grundwasser, Hochwasser, Überschwemmung, Vermurung, Wasser aus Witterungsniederschlägen oder dadurch verursachten Rückstau.
  • Holzfäule, Vermorschung oder Schwammbildung.
  • Brand, Blitzschlag, Explosion oder Flugzeugabsturz.
  • Kriegsereignisse jeder Art, innere Unruhen, Bürgerkrieg, Aufruhr, Aufstand udgl.
  • Schäden durch Erdbeben, andere außergewöhnliche Naturereignisse, Kernenergie oder ionisierende Strahlung.

Wo gilt die Versicherung?

Die versicherten Sachen sind nur an dem in der Polizze bezeichneten Versicherungsort versichert.
Werden sie von dort entfernt, so ruht der Versicherungsschutz. Ist die Entfernung nicht nur vorübergehend, so erlischt insoweit auch der Versicherungsvertrag.

Was wird im Schadenfall entschädigt?

  • Bei Zerstörung von versicherten Gebäuden der Versicherungswert- bei Beschädigung die notwendigen Reparaturkosten, höchstens jedoch der Versicherungswert unmittelbar vor Eintritt des Schadenereignisses, sofern der Zeitwert der betroffenen Sachen mehr als 40 % des Neuwertes beträgt.
  • Für dauernd entwertete Sachen (z.B. Gebäude die zum Abbruch bestimmt sind) wird höchstens der Verkehrswert ersetzt.
  • Bei Tapeten, Malereien, textilenWand- und Bodenbelägen und solchen aus Kunststoff der Zeitwert.
  • Infolge Bruchschäden notwendige Kosten für den Austausch eines höchstens 2 m langen Rohrstücks. Werden mehr als 2 m Rohrlänge ausgetauscht, wird die Entschädigung im Verhältnis der ausgetauschten Rohrlänge zur Länge von 2 Metern gekürzt.

Weitere Informationen erhalten Sie über Ihren Betreuer oder in der Geschäftsstelle.

Beachten Sie nachstehende Obliegenheiten!
Zur Vermeidung einer allfälligen Leistungsfreiheit nach Maßgabe des § 6 des Versicherungsvertragsgesetzes haben der Versicherungsnehmer bzw. die mitversicherten Personen vor Eintritt des Versicherungsfalles bzw. im Falle eines drohenden Schadens oder eines eingetretenen Schadens, für den Ersatz verlangt wird, folgende Obliegenheiten
einzuhalten:

1. Obliegenheiten für alle Sachversicherungen
(Artikel 10 der ABS2001)
Schuldhafte Herbeiführung des Schadenfalles; Obliegenheitsverletzung nach Schadeneintritt.
Wenn der Versicherungsnehmer oder eine der in leitender Stellung für die Betriebsführung verantwortlichen Personen den Schaden vorsätzlich oder grobfahrlässig herbeiführt, ist der Versicherer dem Versicherungsnehmer gegenüber von jeder Verpflichtung zur Leistung aus diesem Schadenfall frei. Werden von den genannten Personen nach Eintritt des Schadenfalles zu erfüllende Obliegenheiten grobfahrlässig oder vorsätzlich verletzt, tritt Leistungsfreiheit nach Maßgabe des § 6 Abs. 3 VersVG ein.
Ist der Versicherungsnehmer oder eine der in leitender Stellung für die Betriebsführung verantwortlichen Personen wegen des herbeigeführten Schadens oder wegen eines bei der Feststellung der Leistungspflicht oder bei der Ermittlung der Entschädigung begangenen Betruges oder Betrugsversuches rechtskräftig zu einer Strafe verurteilt, so gilt die Leistungsfreiheit als festgestellt.

2. Obliegenheiten des Versicherungsnehmers vor dem Schadenfall
2.1. Der Versicherungsnehmer ist verpflichtet, die wasserführenden Rohrleitungen, Armaturen und angeschlossenen Einrichtungen ordnungsgemäß instand zu halten.
2.2. Werden Gebäude länger als 72 Stunden von allen Personen verlassen, sind alle Wasserzuleitungen abzusperren und geeignete Maßnahmen gegen Frostschäden zu treffen (Leitungswasserversicherung). Eine fallweise Begehung des Gebäudes genügt nicht. Die Zuleitungen zu wasserführenden Schutzeinrichtungen (z.B. Sprinkleranlagen, Wasseranschlüsse für die Feuerwehr) müssen nicht abgesperrt werden; es sind jedoch geeignete Maßnahmen gegen
Frostschäden zu treffen.
2.3. Die vorstehenden Obliegenheiten gelten als vereinbarte Sicherheitsvorschriften gemäß Art. 3 ABS. Ihre Verletzung führt nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen zur Leistungsfreiheit des Versicherers.

3. Obliegenheiten des Versicherungsnehmers im Schadenfall
3.1 Schadensminderungspflicht
3.1.1 Nach Möglichkeit ist bei einem unmittelbar drohenden oder eingetretenen Schaden
- für die Erhaltung, Rettung und Wiedererlangung der versicherten Sachen zu sorgen
- hiezu Weisungen des Versicherers einzuholen und einzuhalten.
3.2 Schadensmeldungspflicht
Jeder Schaden ist dem Versicherer unverzüglich anzuzeigen.
3.3 Schadensaufklärungspflicht
3.3.1 Dem Versicherer ist nach Möglichkeit jede Untersuchung über die Ursache und Höhe des Schadens und über den Umfang seiner Entschädigungsleistung zu gestatten.
3.3.2 Bei der Schadenermittlung ist unterstützend mitzuwirken und auf Verlangen sind dem Versicherer entsprechende Unterlagen zur Verfügung zu stellen. die Kosten hiefür trägt der Versicherungsnehmer.
3.3.3 Bei Gebäudeschäden ist auf Verlangen auf Kosten des Versicherungsnehmers ein beglaubigter Grundbuchsauszug nach dem Stand vom Tag des Schadenereignisses beizubringen.
3.3.4 Der durch den Schaden herbei geführte Zustand darf, solange der Schaden nicht ermittelt ist, ohne Zustimmung des Versicherers nicht verändert werden, es sei denn, dass eine solche Veränderung zum Zwecke der Schadenminderung oder im öffentlichen Interesse notwendig ist.
3.4 Leistungsfreiheit
Verletzt der Versicherungsnehmer eine der vorstehenden Obliegenheiten, ist der Versicherer nach Maßgabe des § 6 VersVG - im Fall einer Verletzung der Schadenminderungspflicht nach Maßgabe des § 62 VersVG - von der Verpflichtung zur Leistung frei.